7 Lebensweisheiten, die du nur von deiner Mutter lernst

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Der Tag, an dem ich das allererste Mal Make-up auftrug, war ein durchaus erinnerungswürdiger. Ich war 6 Jahre alt, hatte einen lächerlich kurzen Pony und eine riesige Schneidezahnlücke, durch der ich immer meine Zunge quetschte. Als sähe ich zu dem Zeitpunkt nicht schon seltsam genug aus, entschloss ich mich kurzerhand dazu, den Schminkkoffer meiner Mutter zu durchstöbern und mich zu einer Cindy Crawford zu verwandeln.

Ich nahm den Rougepinsel in die Hand, drückte ihn in helles Puder und ging damit über Wangen, Stirn und ja, warum eigentlich nicht, Ohren und Arme. Nachdem ich mir mit dem grellsten Lippenstift dicke, runde Lippen gemalt hatte, war das Make-Over dann fast fertig: Ich sah aus wie ein 6-jähriger Ronald McDonald.

Als ich meinem Look schließlich den letzten Schliff gab und ich mir mit dem Mascara kräftig meine Augenbrauen tuschte (weshalb ich wie Bert von der Sesamstraße aussah), trat meine Mutter in das Badezimmer und brach in schallendes Gelächter aus.

Sie half mir innerhalb von 20 Minuten mein Gesicht und etwas sorgfältiger meine Augenbrauen zu waschen, was sich jedoch länger als gedacht hinzog (Hello, Waterproof-Mascara!). Schließlich erklärte sie mir, wofür welches Make-up verwendet wird und verwandelte mich in meine Mama in Mini-Ausführung.

Ich fühlte mich einfach großartig. So erwachsen und mondän. Ich starrte stundenlang in den Spiegel und bewunderte ihr Werk.

Es gibt so viele Dinge im Leben, die uns unsere Mütter beibringen und die unser Leben um ein Vielfaches vereinfachen (nun ja, hätte sie mir vorher erklärt, dass der Mascara für Wimpern verwendet wird, hätte man sich das stundenlange abrubbeln sparen können und ich hätte nicht unzählige Brauenhaare verloren. Just sayin‘). Aber im Grunde genommen geben sie uns viele Ratschläge, die auf ihre Erfahrungen und Fehler beruhen, weshalb wir uns hundertprozentig auf sie verlassen können.

Von den ersten Schritten in Babyschuhen bis hin zu High Heels. Von Baby-Brei bis zu selbstgekochter Hausmannskost. Von Windeln bis zu Tampons. Mütter sind unersetzbar und wir sind unendlich dankbar für sie.
Die besten Rezepte, sind diejenigen, die weitergegeben werden.

Der Gedanke an den warmen Bananenkuchen meiner Mutter lässt nicht nur meine Sinne verrückt werden, sondern weckt in mir auch alte Erinnerungen aus der Kindheit.

Er erinnert an den Moment, als du auf deinen Fußspitzen gestanden und über die Küchentheke gelugt hast. An den kostbaren Moment, in dem du als Erster (und Einziger) von dem Teig naschen durftest. Und an den lang ersehnten Moment, als der Kuchen endlich fertig war und noch ganz frisch und warm aus dem Ofen kam. Der Duft flog dir um die Nase und du wusstest, dass jetzt bald die Gäste eintreffen würden.
Mache dich nicht kleiner als du bist.

Ich hatte Phasen im Leben, an denen ich mich am liebsten permanent versteckt hätte. Ich trug dunkle Kleidung, ließ die Haare ins Gesicht hängen und war etwas zurückhaltend. Meine Mutter ermutigte mich immer, aus mir herauszukommen. Sie kämmte mir die Haare aus dem Gesicht, suchte mir ein paar farbenfrohe Kleider aus ihrem Schrank und ermutigte mich dazu, den Gästen meine neueste Spice Girls-Playbackshow vorzutanzen. Und ich liebte es!
Ich lernte mich so zu akzeptieren, wie ich bin und mein volles Potenzial auszuschöpfen.

Arbeite für das, was du im Leben willst.
„Es gibt nichts, was du nicht kannst. Aber du musst hart dafür arbeiten!“ Von klein auf wusste ich, dass ich nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde. Dennoch war selbstverständlich alles in greifbarer Nähe und umsetzbar, ich musste nur etwas dafür tun. Hart in der Schule, in meinen Jobs und im Leben arbeiten. Dir wird nun mal nichts geschenkt.

Dieser Gedanke begleitet dich durchs Leben und ich bin ungemein froh, dass mir nichts in die Wiege gelegt wurde und ich viele Erfahrungen, egal ob gut oder schlecht, selbst machen durfte.
Lasse dich nie beleidigen.

Meine Mutter ist jemand, die sich von niemanden etwas sagen lässt. Wenn sie sich beleidigt fühlt, macht sie dieser Person auf der Stelle klar, dass sie sich gefälligst zu entschuldigen hat. Dennoch bemüht sie sich stets die Form zu wahren und nicht ausfallend zu werden.

Ich lernte früh mein Gegenüber mit Respekt zu behandeln. Was vor allem auch daran lag, dass meine Mutter mich sofort in meine Schranken wies, wenn ich mal wieder den Bogen überspannte. Und eines begriff ich sofort: Du möchtest deine Mutter nicht verärgern. Niemals. Unter keinen Umständen.

Behandle Menschen nur so, wie du gerne selbst behandelt werden willst. Auch wenn dein Gegenüber ein Riesenar*ch ist und sich die Sache mit dem Respekt härter als erachtet herausstellt, ist sie doch eine gute Lebensweisheit. Es ist schwerer dich zu kritisieren, wenn du lächelst, freundlich bist und rational handelst.
Verlasse dich niemals auf einen Mann, sondern nur auf dich selbst.

Erst Schule und Arbeit, dann Männer. Dies konnte meine Mutter nicht oft genug betonen. „Wenn du dann nämlich reich bist, kommen die Männer eh alle von selbst angelaufen.“ Eh, Mum, ich will aber nicht, dass die Männer nur hinter meinem Geld her sind. „Ist schon okay, du siehst ja auch ganz gut aus.“ Ähm, danke?

Was in dem Moment total verrückt und unlogisch klingt, macht aber eigentlich total Sinn. Lebe nicht auf den Moment hin, in dem du auf einen (reichen) Mann triffst, der dir alle (finanziellen) Wünsche von den Augen abliest.

Lerne zunächst selbst auf eigenen Füßen zu stehen, dich selbst zu finanzieren und deinen eigenen Haushalt zu führen. Und das Wichtigste, lerne vor allem dich selbst erst richtig kennen. Viele Frauen lassen sich von Männern in ihrer Meinung beeinflussen. Meist aufgrund dessen, weil sie nun mal keine eigene besitzen. Also, erster Punkt: Kümmere dich um dich selbst! Denn wer will schon eine unselbständige, fantasielose Gold-Diggerin?
Altern muss nichts Negatives sein.

Meiner Mutter sieht man ihr Alter definitiv nicht an. Sie hält sich jung, kleidet sich immer noch gut und lässt sich nicht gehen. Botox & Facelifts? Hier nicht nötig. Es warten in 30 Jahren großartige Gene auf mich.
Es gibt keine Grenzen.

Es gibt sie einfach nicht. Oh, ok, du willst in kaputten Jeans rumrennen und Sand essen? Bitte schön! Du willst Comiczeichnerin werden? Dann nix wir ran! Du willst für ein Jahr ins Ausland und trampen? Worauf wartest du noch? Du willst nicht heiraten? Kein Probl… warte, warte, du willst nicht heiraten? Gar nicht? Niemals? Wie soll ich bitte eines Tages Enkelkinder bekommen? Bist du vollkommen verrückt geworden? So hatte ich dich nicht erzogen!

Ok, es gibt offenbar gewisse Grenzen. Mütter bleiben nun mal Mütter und gehen einem manchmal auf die „Cojones“. Und auch wenn du kein Musterkind bist, so wird sie dich dennoch in all deinen Facetten und mit all deinen Macken lieben und unterstützen. In den Augen deiner Mutter kannst du kaum etwas falsch machen. Aus deinem Po wird immer ein bunter Regenbogen scheinen.

Sie hat dich all ihr Wissen gelehrt und weiß, dass sie dich gut auf die Up & Downs des Lebens vorbereitet hat. Und solltest du dennoch scheitern, so weißt du zumindest, wie man einen Mascara benutzt. Das ist ja schon mal etwas.

Diana Buatis

Diana ist ein wahrer Reisejunkie, den alle 2 Wochen das Fernweh packt. Wenn sie nicht gerade von weißen Inseln und der unendlichen Weite des Meeres träumt, findest du sie im Park mit fremden Hunden spielen oder in einem ihrer Lieblingscafés in Berlin fleißig für ihren Blog schreiben.

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